Kirchengemeinde St. Paul - Esslingen am Neckar mit St. Katharina (RSKN) mit St. Maria (Mettingen)
Kirchengemeinde St. Paul  - Esslingen am Neckarmit St. Katharina (RSKN)mit St. Maria (Mettingen)

Frauenpredigtreihe

Ausschnitt aus dem Misereor-Hungertuch "Bibelfrauen". (Bildquelle: www.misereor.de - mit freundlicher Genehmigung)

Warum braucht es eine Frauenpredigtreihe?

Geh aber zu meinen Brüdern und Schwestern und sag ihnen: Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging hin und verkündete den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. In diesen Versen 17 und 18 im 20. Kapitel des Johannesevangeliums sendet Jesus Christus eine Frau, die nach damaliger Rechtsauffassung überhaupt nicht zum Zeugnisgeben berechtigt war, um die Osterbotschaft in die Welt zu tragen. Maria von Magdala wurde deshalb in der Ehrentitel Apostelin der Apostel verliehen.

 

Obwohl in der Katholischen Kirche Ämter und Strukturen an die apostolische Zeit rückgebunden sind, hat sie aus dem Umgang Jesu mit den Frauen und dem Auftrag an sie keine bleibenden Konsequenzen gezogen. Schon in der frühen Zeit des Christentums tat sich die Kirche schwer mit der Gleichberechtigung aller Menschen in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes. Zwar nennt der Apostel Paulus in seinen Briefen Frauen und Männer als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Apostel und Apostelin, Diakon und Diakonin, sind sie doch eins in Christus. Frauen und Männer leiten Hausgemeinden und reden prophetisch, aber die Namen der Frauen und ihre Geschichten sind im Gegensatz zu denen der männlichen Jünger weitgehend in Vergessenheit geraten.

 

Bis heute hat sich daran wenig geändert. Frauen sind in der Katholischen Kirche von den Ämtern und damit auch in der Verkündigung ausgeschlossen mit der Folge, dass die weibliche Sicht und Lebenserfahrung in der Auslegung der Heiligen Schrift eben einfach fehlt.

 

Und genau dies ist der Grund, dass es diese Predigtreihe „Predigt aus Frauensicht“ geben wird. Verschiedene Predigerinnen haben wir eingeladen und diese werden im Münster St. Paul jeweils den Predigtteil übernehmen. Fortgesetzt wird die Reihe dann im September und Oktober mit 3 weiteren Terminen. Wir laden herzlich ein den Blick zu weiten und das Evangelium aus dem Blickwinkel von Frauen für Alle zu betrachten.

Krisen und die Frage nach Identität

Schwester Nicola Maria Schmitt bei der Frauenpredigt im Münster St. Paul (Bildquelle: Gabriele Alf-Dietz)

Am Sonntag, den14. Dezember haben wir unsere im Kirchengemeinderat St. Paul initiierte Frauenpredigtreihe mit Sr. Nicola Maria Schmitt, Citypastoral Stuttgart fortgesetzt. Im Evangelium nach Mt 11,2-11 wurde uns die dramatische Zeit der Krise und des Umbruchs im römischen Reich vor Augen geführt. Verunsichert fragte Johannes Jesus: „Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Auch wir erleben heute eine von Krisen geschüttelte Zeit. „Wer sind wir? Wer sind wir als Kirche? Welche Werte verbinden uns und wer gehört zu unserer Gesellschaft, Fragen über Fragen nach unserer Identität, die sich uns nun stellen“, so Sr. Nicola Maria in ihrer Predigt. Da kann es helfen, die eigenen Erwartungen zu hinterfragen, ein tieferes Sehen und Hören einzuüben, offen und neugierig zu sein, mit schnellen Bewertungen vorsichtig zu sein und einander „in wohlwollender Akzeptanz“ zu begegnen.

Mit unserer Frauenpredigtreihe wollen wir ein Zeichen setzen. Nach wie vor sind Frauen in der Katholischen Kirche in der Regel von der Gemeindeleitung, der Spendung der Sakramente und der Verkündigung ausgeschlossen. Damit fehlt die weibliche Sicht in der Auslegung der Heiligen Schrift.

Ein herzliches Dankeschön an Sr. Nicola Maria für eine inspirierende Predigt.

Es gibt ein „zu spät“

Pfarrerin Christiane Wellhöner bei der Frauenpredigt im Münster St. Paul (Bildquelle: Team Öffentlichkeitsarbeit; Gabriele Alf-Dietz)

Am Sonntag, 28.09.2025 setzten wir die vom Kirchengemeinderat St. Paul initiierte Frauenpredigtreihe mit Pfarrerin Christiane Wellhöner fort. Sie war in der Evangelischen Kirchengemeinde Esslingen-Sulzgries tätig, heute bildet sie als Studienleiterin für Gottesdienst und Seelsorge am Pfarrseminar der Evangelischen Landeskirche in Stuttgart-Birkach Vikar:innen aus.

Im Evangelium nach Lk 16, 19-31, dem Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus hörten wir keine Frohbotschaft, sondern die unbequeme und aufrüttelnde Botschaft Jesu über Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und dem Leben nach dem Tod. Hier der Reiche mit seinem Leben im Überfluss, dort der Arme vor seiner Tür, der von ihm keine Hilfe erwarten kann. Auch nach dem Tod trennt die beiden ein unüberwindbarer Abgrund, selbst der Wille zur Umkehr rettet den Reichen nicht – es ist zu spät!

Was heißt das für uns? „Zukunft ist jetzt“- so Christiane Wellhöner in ihrem Appell: So ist das Gleichnis eine Anleitung zum Handeln in dieser Welt, die immer mehr von uns allen Solidarität, Empathie, nachhaltiges Wirken und geschwisterliches Handeln benötigt. „Jetzt zum Segen werden – in diesem Leben“ das war die zentrale Botschaft dieser Predigt.

Ein herzliches Dankeschön an Pfarrerin Christiane Wellhöner für ihre eindrucksvolle Predigt und klaren Worte. 

Den Glauben in's Leben bringen

Pastoralreferentin Sabine Mader beri de rFrauenpredigt im Juni 2025 im Münster St. Paul (Bildquelle: Team Öffentlichkeitsarbeit; G. Alf-Dietz)

Am Sonntag, den 22. Juni setzten wir unsere vom Kirchengemeinderat initiierte Frauenpredigtreihe mit einer weiteren Predigerin fort. Pastoralreferentin Sabine Mader ist Referentin im Bischöflichen Ordinariat, unter anderem ist sie zuständig für Klinik- Gefängnis- und Hospizseelsorge. Den Glauben ins Leben bringen? – das ist dem Schülersprecher Ennio Resnik am Bundesoberstufenrealgymnasium Dreierschützengasse in Graz in seiner Video-Botschaft nach dem schrecklichen Amoklauf in beeindruckender Weise gelungen, so Sabine Mader: „Weil wir lieben können, weil wir stark sind, weil wir nicht allein sind, weil wir zusammenhalten konnte der Hass nicht siegen, der Attentäter hat verloren“ – berührende Worte des Trostes und der Stärke von einem jungen Menschen in einer extremen Situation. In ihrer vierzehnjährigen Tätigkeit als Klinikseelsorgerin wurde Sabine Mader oftmals vor die Frage gestellt, was in schwierigen Lebenssituationen wirklich trägt: es sind nicht in erster Linie kluge Worte, sondern es gilt, für die Menschen da zu sein und ihnen zuzuhören. Und wie kann die Botschaft Jesu für viele Menschen heilsam sein, welche Rolle spielt dabei die Kirche? Kirche muss dorthin gehen, wo Menschen in Not sind, sie muss ihnen die Erfahrung schenken, wertvoll zu sein, sie sollte ihre eigentlichen Aufgaben wieder mehr in den Blick nehmen und ihr Handeln am Bedarf der Menschen ausrichten. Wichtige und zukunftsweisende Schritte wurden in den vergangenen Jahren in der pastoralen Entwicklung in Esslingen bereits gegangen, so Sabine Mader.

Ein großes Dankeschön an Sabine Mader für eine inspirierende Predigt.

Hier finden Sie uns:

Kirchengemeinde St. Paul/St. Katharina
Mettinger Str. 2
73728 Esslingen am Neckar

 

Pfarrbüro St. Paul
Frau Söll, Frau Lucic
Telefon: +49 711 396919-10

 

Frau Kreim
Telefon: +49 711 396919-11

 

Telefax: +49 711 396919-28

 

Seelsorgerliches Notfall-Handy (Krankensalbung,...):
0160-90571711

 

E-Mail: stpaul.esslingen@drs.de


Pfarrbüro St. Maria 
Lerchenbergstrasse 4
73733 Esslingen - Mettingen

 

Pfarrbüro
Frau Naujoks
Telefon: +49 711 32 66 48

 

E-Mail: Pfarrbuero.mettingen@drs.de

Öffnungszeiten:

Pfarrbüro St. Paul

Montag, Mittwoch - Freitag
09.00 – 12.00 Uhr

Dienstagvormittag
09.00 – 11.00 Uhr

Dienstagnachmittag
14.00 – 17.00 Uhr

Donnerstagnachmittag
14.00 – 18.00 Uhr

 

Pfarrbüro Mettingen

Dienstag 
09.00 Uhr – 11.00 Uhr,

Mittwoch 
14.00 Uhr – 17.00 Uhr,

Donnerstag 
09.00 Uhr – 12.00 Uhr

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