50 Jahre St. Katharina

Für die nach dem 2. Weltkrieg stark anwachsende Zahl von Katholiken auch in Rüdern, Sulzgries, Krummenacker und auf der Neckarhalde wurden schon seit 1951 im evangelischen Gemeindehaus Sulzgries regelmäßige Sonntagsgottesdienste gefeiert - schon damals ein erster Baustein für eine gelingende Ökumene im Stadtteil. Doch auf eine eigene Kirche mussten die Sulzgrieser Katholiken noch lange warten. Zuerst  baute die Muttergemeinde St. Paul in anderen Stadtteilen Kirchen und  es galt, die neuen Tochtergemeinden auf eigene Beine zu stellen. Sulzgries sollte die jüngste Tochter von St. Paul werden. Doch zu einer eigenen Pfarrgemeinde kam es des Priestermangels wegen nicht mehr. Die Filialgemeinde Sulzgries gehört weiterhin zu St. Paul.

Schon ab 1964 kaufte der damalige Pfarrer, Dekan Josef Hirsch, nacheinander von drei Sulzgrieser Grundbesitzern zusammenhängende Grundstücke für den geplanten Kirchenbau in der Kornhalde. 1968 rückten die Bagger an und der von Architekt Gerold Reutter aus Wernau geplante Bau wurde in Fertigbauweise erstellt. Kirchweihe feierte man am Guthirtensonntag, 20. April 1969. Die Kirche erhielt den Namen der hl. Katharina von Alexandria, im Gedenken an die mittelalterliche Katharinenkirche auf dem Marktplatz, an das Katharinenspital, dessen Kelter mit dem Bild der Heiligen uns bis heute erhalten ist (Kielmeyer-Haus), und an die Katharinenlinde.

St. Katharina hatte rund  200 Sitzplätze, eine  Sakristei, einen Gruppenraum, den Gemeindesaal für ca. 65 Personen mit kleiner Küche und im Keller einen Jugendraum.

Tabernakelsäule, Kreuz und Altarleuchter stammen von Prof. Josef Baumhauer, Schwäbisch Gmünd. Madonna, Figuren der Hl. Katharina, des Hl. Antonius und die Weihnachtskrippe waren Spenden aus der Gemeinde.

Ein buntes Gemeindeleben mit Frauenkreis, Gruppenstunden für die Erstkommunionvorbereitung, Jugendgruppen, Kirchenchor und weiteren Gruppierungen belebten fortan das Gemeindehaus. Insbesondere beim alljährlichen „Himmelfahrts-Festle“ an Christi Himmelfahrt, im Anschluss an die Öschprozession zum Feldkreuz auf der Neckarhalde, erwiesen sich das Gemeindehaus und die Küche schon früh als zu klein. Alsbald wurde der Wunsch nach zeitgemäßen Jugendräumen und einer neuen Küche, sowie einem größeren Gemeindesaal laut und beherzt wurden erste Entwürfe und Pläne geschmiedet. Auch der Kirchengemeinderat wurde überzeugt und die Pläne in die Tat umgesetzt. Viele Stunden wurden auch durch Ehrenamtliche erbracht. Ob Fertigung und Montage von Handläufen und Geländern im Treppenhaus, das Kreuz auf der Kirche, der Schriftzug „St. Katharina“ am Gemeindehaus, Heckenschnitt oder die vielen Runden mit dem Rasenmäher - es gab immer etwas zu tun, und eine bunte Schar von Gemeindemitgliedern stand parat.

Als dann Pfarrer Wolfgang Tripp Richtfest feiern konnte, war die Vorfreude auf die neuen Räume groß. Und auch sie wurden mit Leben und Lachen gefüllt. Ob Kirchenchor, Seniorenkreis, verschiedene Jugendgruppen, Yoga, Familienfeste oder allerlei Sitzungen der verschiedenen Gemeindegremien – sie alle bieten  Gelegenheit zur Begegnung.

Nachdem die elektrische Orgel in die Jahre gekommen war kam der Wunsch nach einer neuen Orgel, einer echten Pfeifenorgel, auf. Gesagt, getan - ein Orgelförderverein wurde gegründet und es wurde überlegt, wie man das nötige Geld für die Orgel aufbringen könne. Von Orgelsekt über die Besenwirtschaft an Fasching bis zur Pfeifenpatenschaft wurden verschiedene Ideen in die Tat umgesetzt. Nebst der Genehmigung aus der Diözesanabteilung brauchte es auch noch einen Umbau der Empore, damit das neue Instrument entsprechend aufgebaut werden konnte. Die Orgelbaufirma Maier in Hergensweiler am Bodensee erhielt den Auftrag zur Fertigung und zum Einbau der neuen Orgel. Dabei erwies es sich als praktisch, dass dieselbe Orgelbaufirma in der Nachbargemeinde St. Josef schon die neue Orgel eingebaut hatte.

Im Dezember 2008 konnte auch in Sulzgries die neue Orgel eingeweiht werden und St. Katharina hat seine heutige Form erhalten.