Dominikaner und Pfarrei

Prof. Klaus-Bernward Springer (Bildquelle: www.uni-erfurt.de)

Dominikaner und Pfarrei - Innovative Konkurrenz

 

Prof. Klaus-Bernward Springer, vom Kölner Forschungsinstitut des Dominikanerordens,  geht der Frage nach den Ursachen des Erfolgs der Dominikaner bei der Erneuerung der Kirche nach. Mit ihnen begann im 13. Jahrhundert die Predigt der einfachen Geistlichen in der jeweiligen Landessprache. Sie bedienten damit nicht nur wie die Franziskaner den leiblichen Hunger, sondern widmeten sich, und das war neu, auch den unterschiedlichen Glaubenserfahrungen. Dieser „seelische“ Hunger war ein Phänomen der spätmittelalterlichen Stadtkultur, und mit den Dominikanern entstand eine bis dahin unbekannte Form der Seelsorge. Spannend für heute ist zu beobachten, was dann geschah: Denn in der Stadt funktionierte die alte mönchische Formel des „Ora et labora“ nicht mehr. Es entstand eine neue Formel des Zusammenlebens, auch innerhalb der Kirche. So gerieten sie mit der Seelsorge der alten Gebietspfarreien in Konkurrenz. Wurzelt in dieser Unabhängigkeit von der Pfarrei der anfängliche Erfolg der „Predigerbrüder“? Dominikanerkirchen wie an St. Paul wurden zu „Kultzentren“ einer nicht ortsbegründeten, sondern personenzentrierten Seelsorge. Kann die Erneuerung von damals Impulse für ein heute zu erneuerndes Kirchenverständnis liefern?

 

Dienstag, 27. November 2018, 19.30 Uhr

Salemer Pfleghof, Untere Beutau 8-10

Eintritt: 3,- EUR